Auf einen Blick

Auf dieser Seite sind einige der wichtigsten Fragen gesammelt, auf die Journalisten während der Recherche zum Thema Rechtsextremismus stoßen könnten. In wenigen Sätzen erhalten Sie Antwort auf Fragen zum Thema Frauen, Sport, Wahlen und Interviewsituation. Um die ausführlichen Antworten mit Hintergrundinformationen zu erhalten, besuchen Sie bitte die Schwerpunktseiten zu den jeweiligen Themen.

Wie sieht die Frau der rechtsextremen Szene aus?

DAS Frauenbild in der rechten Szene gibt es nicht. Ihr äußeres Erscheinungsbild ist heute abwechslungsreicher denn je. Die rechtsextreme Frau kann traditionell gekleidet sein, mit weitem Rock, blondem Haar und Zöpfen, sie kann mit Springerstiefeln und Glatze, im Gothik- oder Techno-Stil auftreten, oder aber sie ist ganz durchschnittlich gekleidet. Der Großteil der Frauen aus der Szene gilt als wenig gesprächsbereit, verunsichert und unheimlich misstrauisch.

Welche Aufgaben übernimmt die rechtsextreme Frau in der Szene?

Häufig übernehmen Frauen gezielt vielfältige, unterstützende, im Hintergrund laufende Aufgaben: Sie mieten Räume für Veranstaltungen, eröffnen Konten, organisieren Ordner bei Demonstrationen, sind im Hilfsdienst tätig oder spionieren politische Gegner aus. Manche von ihnen studieren bevorzugt Geschichte und Jura, arbeiten als Sozialarbeiterinnen oder Erzieherinnen, um ihre rechtsextremen Überzeugungen unterschwellig zu vermitteln und die Jugend schon früh prägen zu können.

Ist das Thema Rechtsextremismus vor allem ein Problem des Fußballs?

„Die Rechten wollen ein Höchstmaß an Öffentlichkeit, deshalb der starke Fokus auf Fußball“, sagt Kai Mudra, Redakteur der „Thüringer Allgemeinen“. Er beobachtet das Phänomen seit Jahren und ist sich sicher: „Wenn im Volleyball oder Handball eine ähnliche Öffentlichkeitswirkung zu erzielen wäre, wären die Nazis auch dort.“ Sportsoziologe Professor Gunter-A. Pilz wünscht sich, „dass man mal in Verbände reinschaut, die aufgrund ihrer historischen Tradition sehr viel ‚deutschtümelnder’ als der Fußball sind.“ Als Beispiele nennt er Turnen und Schießen. Diese Sportarten stünden nicht im öffentlichen Fokus, daher würde selten publik, was dort in Kneipen und Übungsstunden geschehe. Lesen Sie die ausführliche Antwort hier.

Rechtsextreme Vorfälle in Stadien - was tun?

Journalisten sollten rechtsextreme Vorkommnisse in Sportstätten auf keinen Fall ignorieren. Und zwar unabhängig von der Sportart, von der Leistungsklasse und vom Ausmaß. Ob Sprechchöre oder Plakate: Journalisten sollten diese Zwischenfälle registrieren und anschließend recherchieren. Auch wenn man sich dem betroffenen Verein verbunden fühlt -Totschweigen ist fatal. Lesen Sie die ausführliche Antwort hier.

Wie sollten Journalisten über Wahlen oder rechtsextreme Parteien berichten?

Journalisten sollten in ihren Berichten nicht dramatisieren, nicht ausgrenzen und kriminalisieren, sondern sich bei einem etwaigen Wahlsieg einer rechtsextremen Partei sensibel und reflektiert mit dem Thema auseinandersetzen.

Wann und wie häufig sollten Journalisten über rechtsextreme Parteien berichten?

Journalisten sollten nicht nur bei bestimmten Ereignissen berichten, sondern kontinuierlich über rechtsextreme Parteien informieren, sich inhaltlich mit dem Parteiprogramm auseinandersetzen und die Denkweise und Strategie der Parteifunktionäre beleuchten und analysieren.

Ist es notwendig über jede kleinste Aktivität rechtsextremer Parteien oder Politiker zu berichten?

Kontinuierlich berichten bedeutet keine Überthematisierung. Journalisten müssen abwägen ob das Ereignis wichtig genug ist, um darüber zu berichten oder ob der Bericht den Rechtsextremisten mehr Öffentlichkeit gibt, als es vielleicht nötig und richtig ist.

Was bezwecken Rechtsextreme, wenn sie in ein öffentliches Gespräch gehen?

Rechtsextreme wollen ihr Gedankengut an die Öffentlichkeit bringen. Sie haben kein Interesse an einer ernsthaften Diskussion, sondern verfolgen das klare Ziel, sich selbst darzustellen.

Woher kommt die rechte Gesinnung?

Einer gefestigten rechtsradikalen Gesinnung liegen immer Angst und Hass zugrunde. Rechtsextreme waren in ihrer Kindheit zum Beispiel Opfer der Eltern und kompensieren das, indem sie als Erwachsene zum Tätern werden.

Können Journalisten Rechtsextreme im Gespräch zur Einsicht bewegen?

Journalisten sollten sich von dem Gedanken verabschieden, Rechtsextreme zur Einsicht zu bewegen. Unter Umständen kann ein gut vorbereiteter Journalist durch permanentes sachkundiges Nachfragen Unsicherheit erzeugen und so Lücken in der Argumentation aufdecken. Hat sich der Rechtsextremismus bei einem Erwachsenen gefestigt, ist es für ihn fast unmöglich auszusteigen.

Welchen Unterschied gibt es zwischen der Führungsebene und den unscheinbaren Rechtsextremen?

Der Hauptunterschied ist, dass die Führungspersönlichkeiten intelligent und gut organisiert sind. Meist verfügen sie über einen hohen Bildungsgrad und gesellschaftlich angesehene Eigenschaften. Der gemeine Rechtsextremist läuft nur in der Gruppe mit und hinterfragt wenig.

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