Wie vermeidet man es, Rechtsextreme attraktiv darzustellen?

Die Art der Darstellung rechter Gewalt, beispielsweise im Fernsehen, trägt entscheidend dazu bei, wie diese von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. In den deutschen Medien ist sie eher täterorientiert, wie verschiedene Studien belegen. Das heißt: Über Opfer wird zu wenig berichtet. Stellen Journalisten auch das Leid der Opfer dar, können sie die Attraktivität rechtsextremer Gewalt für Sympathisanten und Nachahmer mindern. Bilder von Schlägereien und Täterinterviews (insbesondere in Fernsehen und Internet), sollten JournalistInnen daher möglichst vermeiden.

Recherche statt Moralkeule

Immer wieder gelingt es in den Medien Rechtsextremisten - mal mehr, mal weniger erfolgreich – zu denunzieren. „Im Fernsehen funktioniert das vielleicht ganz gut“ meint dazu Toralf Staud, freier Journalist und Autor. „Wirklich sinnvoll ist es aber, analytisch hinzuschauen: Bedienen Rechtsextreme vorhandene Strömungen in der Gesellschaft?“ Gründliche Recherche ist also wichtiger und hilfreicher als moralische Einteilungen in Übeltäter und Gutmenschen.

Verbindungen nachweisen

Die Lokalredaktion des Kölner Stadt-Anzeigers beschäftigt sich mit der angeblich „freiheitlichen und unabhängigen Politik“ der Bürgerbewegung „pro Köln“. In der Vergangenheit versuchte sich die Wählergruppe mehrfach vom Rechtsextremismus beziehungsweise von Parteien des rechten Spektrums (unter anderem der NPD) zu distanzieren. Wichtig ist in einem solchen Fall, durch Recherche von Fakten eventuelle Verbindungen zu rechtsextremen Organisationen nachzuweisen.

Lesezeichen anlegen
  • Furl
  • del.icio.us
  • Digg
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG

Tags: , , ,

Sie können diesen Artikel ausdrucken oder