Die veränderte Optik der Rechtsextremen

Das äußere Erscheinungsbild der Rechtsextremisten hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Oft sind sie so schwer zu entlarven, dass höchstens Eingeweihte sie erkennen. Rechtsextremistische Gruppierungen kopieren immer wieder Logos linker Gruppierungen und definieren sie ihrer Gesinnung gemäß neu. Aufklärung darüber erhält man bei Vorträgen und durch Broschüren antifaschistischer Organisationen (zum Beispiel der „Antifa“).

Medien könnten Zerrbild geschaffen haben

Vielleicht hat es „schon immer mehr Scheitel- und Krawattenträger innerhalb der extremen Rechten gegeben als Stiefel- und Bomberjacken-Liebhaber“, meint Kurt Möller, Professor für Soziale Arbeit an der Hochschule in Esslingen. Möller beschäftigt sich seit Jahren in verschiedenen Studien mit der Erforschung von Gewalt und Rechtsextremismus. Insofern könnten die Medien mit ihrer Konzentration auf Springerstiefel und ähnliche Attribute ein solches Zerrbild geschaffen haben.

Kein Bürgerschreck mehr

Festzuhalten bleibt: Rechtsextremisten erscheint es unter taktischen Gesichtspunkten immer weniger opportun, sich als sozial auffällige, rüpelhafte Bürgerschrecks zu inszenieren. Das Verändern ihrer Optik geht aber keinesfalls mit harmloseren Ansichten einher. Im Gegenteil: Die Gefährdung der Demokratie nimmt nach Möllers Aussage „mit dem Verblassen der öffentlichen Inszenierung als Rechte eher zu als ab“. Der Wissenschaftler sieht aber noch ein weiteres Problem: Rechtsextremisten können erst dann als solche identifiziert werden, „wenn sie sich politisch äußern beziehungsweise politisch handeln“. Eine kritische Berichterstattung über die von ihnen vertretene Politik macht dies schwieriger, aber nicht überflüssig.

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