Wie neutral dürfen Journalisten sein?

Vor allem im Nachrichtenjournalismus werden Faktentreue und Objektivität groß geschrieben. Gerade bei der Berichterstattung über Rechtsextreme ist allerdings auch Einflussnahme gefragt. „Demokratischer Journalismus darf nicht neutral gegenüber demokratiefeindlichen Organisationen sein“, sagt hierzu Thomas Pfeiffer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Verfassungsschutzes.

Die wichtigste Aufgabe des Journalisten im Gespräch mit Rechtsextremen ist daher, die rechtsextremen Aussagen für die Rezipienten richtig einzuordnen. „Als Journalist muss man die Macht des Mikrofons nutzen“, meint Sozialpsychologe Ulrich Wagner. Es ist also durchaus in Ordnung, Rechtsextreme zu Wort kommen zu lassen. Vor allem dann, wenn es wie beispielsweise an Wahlabenden wegen der Informationspflicht gar nicht anders geht.

Keine unfairen und verzerrenden Kommentare

Journalisten dürfen allerdings nie auf eine kommentierende Einordnung des Gesagten verzichten. Diese Kommentierung sollte jedoch nicht unfair oder verzerrend wirken. „Deshalb ist es wichtig, sich niemals auf nur eine einzige Quelle zu verlassen“, rät Pfeiffer. Journalisten sollten also gerade im Bereich Rechtsextremismus sauber recherchieren, um in Interviewsituationen gewappnet zu sein.

Zum Thema „Interviews mit Rechtsextremen“ können Sie sich ein Videointerview mit Thomas Pfeiffer vom Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen ansehen.

Die Videowiedergabe funktioniert nicht mit allen Versionen des Internet Explorers. Wir empfehlen stattdessen Mozilla Firefox (kostenlos).

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