Wird zu wenig über Gewalt und Jugendliche im Rechtsextremismus berichtet?

„Die“ Berichterstattung gibt es nicht. Es wird aber eher der Eindruck erweckt, dass der Rechtsextremismus eine Sache der Jugend sei und nur dort ein Problem, wo körperliche Gewalt im Spiel ist. Das sei falsch, sagt Professor Dr. Kurt Möller, Experte für Rechtsextremismus und Jugendkulturen an der Hochschule Esslingen. Erwachsene tendierten stärker nach rechts als Jugendliche. Und Erwachsene seien es, die für die Entwicklung der nachwachsenden Generation Verantwortung tragen.

Hypes statt kontinuierlicher Berichterstattung

„Ich denke, wir lassen uns da viel zu sehr von so genannten Hypes steuern, anstatt kontinuierlich, nachhaltig und vor allen Dingen fundamental investigativ zu berichten“, sagt die Journalistin Andrea Röpke. Journalisten sollten hinter die Kulissen gucken: Was passiert in der Region, was sind das für Strukturen? Lieber etwas weniger aktuelle Berichterstattung zu speziellen Gewalttaten - stattdessen Hintergründe recherchieren und fundiert ein paar Tage später noch einmal berichten und Zusammenhänge klären.

Menschen sensibilisieren

Nach Meinung von Professor Dr. Gunter-A. Pilz, Gewaltforscher und Sportsoziologe, können Medien eine wichtige Rolle spielen: indem sie sehr sensibel rassistische Auswüchse, auch die subtileren Formen, wahrnehmen. Es sei wichtig Menschen für dieses Problem zu sensibilisieren, weil Rassismus sich oft nicht mehr so offen zeige. Es gäbe subtilere Formen, wie etwa Codes, die man nicht erkennt, wenn man nicht eingeweiht ist. „Deswegen ist Aufklärungsarbeit durch die Medien wichtig“, so Pilz.

Zum Thema „Berichten über Gewalttaten“ können Sie sich ein Videointerview mit Thomas Pfeiffer vom Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen ansehen.

Die Videowiedergabe funktioniert nicht mit allen Versionen des Internet Explorers. Wir empfehlen stattdessen Mozilla Firefox (kostenlos).

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