Klassische Einstiegsmuster in den Rechtsextremismus
Einstieg über die Familie
Rechtsextreme werden mitunter in eine rechtsextreme Familie hineingeboren und entsprechend erzogen. Für sie es besonders schwierig auszusteigen, weil sie nichts anderes kennen gelernt haben.
Einstieg über Anerkennungskultur
Die Mehrheit aller Einsteiger schließt sich zwischen dem elften und fünfzehnten Lebensjahr, also in der Pubertät, der rechtsextremen Szene an. In dem Moment, in dem Eltern und Lehrer unwichtiger werden, sprechen meist ältere Rechtsextremisten sie direkt an. Sie bekommen Aufmerksamkeit und fühlen sich cool, wenn sie von den Älteren ein Bier oder eine Zigarette spendiert bekommen oder zu einer Geburtstagsparty eingeladen werden. Manchmal reicht dann nur ein halbes Jahr in dieser Clique und sie haben - in ihren entscheidenden Jahren für die Entstehung politischen Denkens - die Ideologie des Rechtsextremismus angenommen.
Einstieg über Medien
Die Minderheit der Einsteiger gelangt über diverse Medien wie rechtsextreme Internetseiten, Foren oder über die Musik, wie den Rechtsrock, in die rechtsextremistische Szene. Über diese Medien wird Kritik an der Demokratie geübt. Es geht darum, wie verlogen doch das demokratische System sei, dass die Demokratie auch viele soziale Probleme hervorgebracht habe und man nun dieses System überwinden müsse.
Klassische Ausstiegsmuster im Rechtsextremismus
Ausstieg über das eigene Versagen
Einige Rechtsextreme haben irgendwann, meist zwischen dem zwanzigsten und dreißigsten Lebensjahr, das Gefühl ihr Leben in den Sand gesetzt zu haben. Sie haben jahrelang Familie, Freunde, Ausbildung oder Beruf vernachlässigt und lebten ausschließlich für den Rechtsextremismus. Irgendwann kam vielleicht Gewalt dazu und wenn dann zum Beispiel noch jemand im Gefängnis landet, fangen sie an zu zweifeln, ob dieser Weg der richtige war.
Ausstieg über die Differenz zwischen Theorie und realer Tat
Dieser Punkt lässt sich gut an zwei Beispielen erläutern:
Ein Rechtsextremist war auf einer Demonstration gegen Ausländerkriminalität und ist auf der Demo von den eigenen Kameraden bestohlen worden. Das löst in dem Rechtsextremisten Denkprozesse aus: In der Theorie halten alle zusammen und im realen Leben wird man verraten und bestohlen.
Zweites Beispiel: Ein Denkprozess kann auch ausgelöst werden, wenn Rechtsextremisten sich verlieben, zum Beispiel in eine Person mit einer ganz anderen Einstellung zum Rechtsextremismus oder gar in eine Ausländerin oder einen Ausländer. In der Theorie sind solche Personen Feinde von Rechtsextremisten. Im realen Leben können sie zu Freunden werden.
Ausstieg über die Erkenntnis der falschen Ideologie
Die Minderheit der Rechtsextremisten merkt, dass etwas mit der Ideologie nicht stimmt, dass sie beispielsweise nicht alltagspraktisch, unschlüssig oder eine falsche Basis ist. Sie stellen die Ideologie in Frage.
Tags: Aussteiger, Ideologie, Jugendliche, Medien, Rechtsextremismus
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