Wahlen und rechtsextreme Parteien
Der Wahlerfolg einer rechtsextremen Partei trifft Journalisten oft völlig unvorbereitet. Da viele Redaktionen fürchten, rechtsextreme Parteien durch eine Berichterstattung erst populär zu machen, wird vor der Wahl meist nur das Nötigste berichtet.
Rechtsextremismus-Experten sind dagegen der Meinung, Journalisten sollten ihrer Informationspflicht nachkommen und über rechtsextreme Parteien frühzeitig aufklären. Sie geben Tipps zum professionellen Umgang mit rechtsextremen Parteifunktionären oder Mitgliedern. Sie nehmen auch Stellung zum Thema NPD-Verbot, sagen, warum und wie Journalisten sich mit rechten Parteien beschäftigen sollten, auf was sie achten müssen und welche Fehler sie bei der Berichterstattung vermeiden sollten.
Zum Thema „Problemfall Wahlberichterstattung“ können Sie sich ein Videointerview mit Thomas Pfeiffer vom Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen ansehen.
Die Videowiedergabe funktioniert nicht mit allen Versionen des Internet Explorers. Wir empfehlen stattdessen Mozilla Firefox (kostenlos).
Wie sollten Journalisten über Wahlen oder rechtsextreme Parteien berichten?
Wie können sich Journalisten auf Interviews mit rechtsextremen Politikern vorbereiten?
Welche Fakten und Begriffe sollten Journalisten vor einem Interview kennen?
Wie stehen die Chancen für ein NPD-Verbot?
Wie stilisiert sich die NPD als Opfer?
Wer sind die rechtsextremen Parteien?
Wie sollten Journalisten über Wahlen oder rechtsextreme Parteien berichten?
In einem Leitfaden erläutern die Experten Britta Schellenberg und Frank Jansen acht wichtige Punkte für eine angemessene Berichterstattung über Rechtsextremismus. Britta Schellenberg findet, dass Medien nach wie vor nicht sensibel genug mit dem Thema umgehen und bei der Berichterstattung häufig zu sehr dramatisieren. Journalisten setzen sich nicht kontinuierlich genug mit rechtsextremen Parteien auseinander. Dabei sei es für Journalisten besonders wichtig, sich über rechtsextreme Parteien zu informieren und auch deren Parteiprogramm zu kennen. Sie dürfen keine Angst davor haben, über rechtsextreme Parteien und Politiker zu berichten. Das Recht auf Pressefreiheit soll uneingeschränkt genutzt werden. Allerdings sollte man Rechtsextremisten nicht zu klischeehaft darstellen. Springerstiefel und Glatze sind nicht mehr das typische Outfit zu einer rechtsextreme Einstellung.
Laut Experten sei es generell sehr wichtig, verschiedene Ansichten und Meinungen zu beleuchten und sowohl Opfer und Täter, aber auch die Meinungen von Wissenschaftlern und Politikern mit einzubringen. Lesen Sie zu der Fragestellung auch einen ausführlichen Beitrag.
Wie können sich Journalisten auf Interviews mit rechtsextremen Politikern vorbereiten?
Im Interview sollten Journalisten den Rechtsextremen nicht zuviel Redefreiheit lassen und fremdenfeindliche Aussagen immer kommentieren. Journalisten sollten sich vor einem direkten Gespräch ihren eigenen Standpunkt bewusst machen und rechtsextremen Politikern provokant und selbstbewusst gegenüber treten. Überzeugungsversuche seien hingegen nicht empfehlenswert. Lesen Sie zu der Fragestellung auch einen ausführlichen Beitrag.
Welche Fakten und Begriffe sollten Journalisten vor einem Interview kennen?
Journalisten müssen auf rechtsextreme Parolen und Aussagen vorbereitet sein und Gegenargumente liefern. Daher ist es wichtig die üblichen Parolen der Rechtsextremisten zu kennen und sie mit Faktenwissen zu widerlegen. Lesen Sie zu der Fragestellung auch einen ausführlichen Beitrag.
Wie stehen die Chancen für ein NPD-Verbot?
Ob vor Landtagswahlen, NPD-Demonstrationen mit Polizeiaufgebot oder nach rechtsextremistischen Übergriffen – immer wieder werden Rufe nach einem Verbot der Nationalen Partei Deutschlands laut. Wer sich näher und intensiver mit dem Thema NPD-Verbot befassen möchte, der kommt an bestimmten Fragen nicht vorbei: Warum scheiterte das erste NPD-Verbotsverfahren 2003? und Wie stehen die Chancen, in einem zweiten Anlauf das Verbot der rechtsextremen und verfassungsfeindlichen Partei durchzusetzen? Frank Jansen, Journalist des Berliner Tagesspiegel mit Schwerpunkt Rechtsextremismus, beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit allen Spektren des Rechtsextremismus. Er kennt die NPD, hat das Scheitern des ersten Verbotsantrags genau verfolgt und sieht da einige Probleme. „Ich halte ein NPD-Verbot derzeit – und wahrscheinlich auch in näherer Zukunft – für unrealistisch. Es ist nicht umzusetzen.“ Warum er so denkt, erklärt Jansen im Artikel NPD-Verbot.
Wie stilisiert sich die NPD als Opfer?
Die Mitglieder der NPD stellen sich selbst gerne als Opfer anderer Politiker und vor allem der Medien dar. Besonders ärgerlich ist dies, weil sie dahinter ihre Rolle als Täter verbergen, als Initiatoren rechtsextremistischer Aussagen und Gewalttaten. Hier werden die Opfertricks der NPD enthüllt.
Wer sind die rechtsextremen Parteien?
Neonazistische Biedermänner, braune Revisionisten und populistischer Protest - In Deutschland gibt es zwei maßgebliche Parteien mit rechtsextremistischen Hintergrund.
Tags: DVU, NPD, Rechtsextremismus, Republikaner, Wahlen
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